Noch doofer aber ist „der Joga“.
Ja, genau ich bekenne mich dazu und oute mich als Verweigerin von „der Yoga“ und von „der Joga“ sowieso. Wo kommen wir denn da hin? Yoga mit J, geht doch irgendwie gar nicht.
Für mich ist und bleibt es „das Yoga“. Ich finde es sprachlich freundlich, jung und geschmeidig. Hingegen klingt „der Yoga“ eckig, sperrig und ungelenkig. Nein, das will ich nicht sein.
Dafür werde ich zwar auch von anderen Yogis mit Naserümpfen getadelt, im Sinne von „na, wenn du nicht einmal den richtigen Artikel kennst …“ In einschlägigen Yogaforen wird man mittlerweile an den Pranger gestellt und der erhobene Zeigefinger ist auch virtuell spürbar.
Vermutlich steigen jetzt auch liebe Bekannte aus Berlin noch einmal auf die Barrikaden und schlagen die Hände über den Kopf zusammen, angesichts meines Outings. Was solls! Ich steh dazu.
Als Österreicherin bin ich „artikeltechnisch“ ja einiges gewöhnt und es gibt so manch schräge Artikelfälle wie zum Beispiel „der/das Teller“ oder „der/die Zwiebel“.
Trotzalldem, „der Yoga“ KANN ICH NICHT aussprechen. Das will nicht über meine Zunge und in meiner Magengegend zieht sich alles zusammen, wenn ich diese Kombination höre oder lese. Es geht einfach nicht, ich komme damit nicht zurecht und ich kann mich nicht damit anfreunden.
Ich weiß allerdings nicht woher der Trend „der Yoga“ kommt und wann genau er entstanden ist. Denn als ich vor 10 Jahren mit Yoga begonnen habe, hat jeder „das Yoga“ gesagt.
In meinem Duden von 1990 – hier ungefähr endet auch meine Dudenära – steht „der/das Yoga“. Also ist doch auch beides möglich, warum lässt man mich dann nicht.
Das war 1990, noch bevor sich Indologen, Sprachwissenschaftler und Etymologen zusammengerottet haben und sich diesem äußerst wichtigen Thema verschrieben haben, dem Yoga einen Artikel zu verpassen.
Die Diskussion grenzt schon ans Lächerliche, doch was mir allerdings an der öffentlichen Diskussion fehlt, sind die Belege, warum ich jetzt „der Yoga“ sagen soll und warum das richtig sein soll. Es heißt nur, es ist so. Wer mich gut kennt, der weiß, dass mir das zu wenig ist. Ich hätte gerne eine Erklärung, einen Hinweis warum ich mein natürliches Sprachempfinden und den Duden verleugnen muss.
Gibt es im Sanskrit überhaupt Artikel? In Sanskrit ist Yoga weder männlich noch weiblich, sondern einfach nur „Yog“. Warum jetzt krampfhaft einen Artikel erfinden, wo keiner ist und auf Recht und Ordnung in der der deutschen Sprache pochen? Warum kann die deutsche Sprache nicht neutral sein?
Wer behauptet also nun, dass Yoga überhaupt einen Artikel hat und braucht und dass ausgerechnet „der Yoga“ richtig ist und warum?
Ich meine, es gibt die deutsche Rechtschreibreform. Jahrelang wurde uns eingebläut (oder doch eingebleut), dass es „der Fluß“ oder „der Delphin“ heißt. Und jetzt heißt es „der Fluss“ und „der Delfin”. Und plötzlich soll alles Vorangegangene falsch gewesen und alles Neue richtig sein? Und jetzt wird uns auch noch ein J als Y vorgemacht. Nur weil sich das jemand ausdenkt?
Nö, es gibt wirklich Grenzen, Grenzen, die ich nicht bereit bin zu durchschreiten.
Im Grunde ist es doch egal, welchen Artikel wir verwenden: Hauptsache wir lieben „das Yoga“, oder?
















