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Home Yogawelt Erwecke die Morgenyogini in dir!

Erwecke die Morgenyogini in dir!

Da sitze ich nun. Alleine. Auf einem riesigen Golfplatz. Um 7:00 Uhr in der Früh. Es ist Sonntag. Wer sollte um diese Zeit auch schon hier sein. Außer mir.

Wenn du – so wie ich – mit einem Mann liiert bist, der um 23:00 am Vorabend ganz nebenbei ankündigt: „Ach so, morgen müssen wir um 6:00 aufstehen, wir haben was zu tun“, der fragt nicht lange, sondern steht am nächsten Tag, Sonntag um 7:00 am Golfplatz. Ob du willst oder nicht.
Ich mache es aus Liebe, mantre ich vor mich hin, als ich mit meinen müden Gliedern Richtung Auto trotte.
„Bist du noch müde“, fragt er, C., mich tollkühn … und grinst frech. Ich lächle … müde. Mehr geht grad nicht.

Jetzt sitze ich also hier … ganz alleine. Kein Telefon, kein Computer, nichts zu lesen. Nur ich und das Grün. Plötzlich entdecke ich die Stille rund um mich. Und suche die Stille in mir. Vergeblich. Meine Gedanken sitzen schon gut angeschnallt im Karussell und kommen langsam in Schwung.

Was soll ich jetzt machen? Womit könnte ich mir die Zeit vertreiben? Plötzlich nichts zu tun und auch keine Möglichkeit, etwas zu tun. Hilfe. In die Luft schauen, den Wolken zuschauen? Oder die Ameisen beobachten?

Ich könnte meditieren, denke ich. Meditieren? Machst du doch sonst auch nicht? Meine inneren Stimmen schlagen zum fröhlichen „Gimme five“.

Ich sitze noch immer da  und habe keine Antwort.

Noch bevor mein Gedankenkarussell so richtig in Fahrt kommt, beginnt mein Körper sich zu bewegen. Mein Körper kennt anscheinend die Antwort. Mein Geist folgt meinem Körper wie ein willenloses Hündchen. Mein Atem gesellt sich dazu. Alles wird eins. Es scheint, als reichen wir uns die Hände und tanzen ein heiteres Ringelreia. Wir sind eine Einheit und es fühlt sich gut an.

Ganz selbstverständlich reiht sich eine Asana an die andere. Sonnengruß, Krieger, Vashistasana, … Genauso selbstverständlich entblöße ich meinen Po. Das Kleidchen, das ich mir schnell übergeworfen hatte, eignet sich nur bedingt für Yoga. Egal. Ich mache weiter.

Langsam verebben meine Bewegungen wieder und ich beende meine kleine Sequenz. Noch im letzten abschauenden Hund, entdecke ich die ersten Golfer  und neugierige Blicke hinter mir. Ja, Yoga am Golfplatz ist neu. Oder war doch das Höschen der Blickfang?

Ich stehe da in Tadasana und bin fassungslos. Was hatte ich gerade gemacht? Yoga am Golfplatz? Yoga in der Früh? Ich, die Yoga-Morgenmuffeline der Nation? Ich kann Yoga in der Früh nicht ausstehen. Wenn mein ganzer Körper noch kalt und steif ist, fühlen sich Asanas grausam an. Wie eine Vergewaltigung meines Körpers. Was habe ich während meiner Yogaausbildung gelitten. Jeden Tag Yoga in der Früh ab 6:30. Immer wieder muss ich mir anhören, Yoga in der Früh sei das Ultimative, ein Non-Plus-Ultra, ein Muss. Zwei Stunden sollten es schon sein. Täglich natürlich. Wenn der Geist noch klar ist. Um diese Zeit ist bei mir gar nichts klar. Ich kann Morgenyoga nichts abgewinnen. Bis heute.

Ich merke jedoch, dass mir die paar Minuten gut getan haben. Die kleine Sequenz, kurz – jedoch lang genug, um mich in Schwung zu bringen. Meine innere Ruhe kehrt ein. Ich bin ganz klar und wieder ganz. Bereit.

In dem Moment, kommt auch C. zurück, leicht abgehetzt. Er musste zurück in die Wohnung was holen. Es täte ihm schrecklich leid, dass er mich so lange alleine gelassen habe.

Ich lächle … milde. Schließlich hatte ich eine neue Seite an mir entdeckt. Vielleicht steckte doch eine kleine Morgenyogini in mir, sinniere ich. Wenn auch nur eine „8-Minuten-Yogini“, dafür natürlich und frei, ohne (auferlegtes) Pflichtprogramm. Auferlegt von mir, von Lehrern, von Kollegen.

So könnte mir Yoga am Morgen gefallen, denke ich selig. Keine Pflicht, sondern eine Kür. So wie ich es mag und wie es sich für mich richtig anfühlt.Yogaurlaub 2013 finden auf www.myogadays.com

Cordula | Yoga & Wandern

Cordula | Yoga & Wandern

Ich lebe und unterrichte Vinyasa Flow Yoga in Österreich, Korneuburg. Neben meinen Kursen und Workshops sind "Yoga und Wandern" Reisen meine große Leidenschaft - ich liebe die österreichische Landschaft und Natur. Meine Stunden sind kreativ, fordernd und humorvoll. Motto: Yoga ist der Weg zu dir selbst.

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